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Cynara cardunculus

Cynara cardunculus 

Synonyme der Pflanze:
Echte Artischocke, Grüne Artischocke, Französische Artischocke, Kugelartischocke, Cynara scolymus, Königsartischocke

Die Bezeichnung der Pflanze in den europäischen Sprachen leitet sich von der iberisch-arabischen Bezeichnung al-haršūf ab (z.B. spanisch alcachofa, italienisch carciofo). Die deutsche Bezeichnung Artischocke und das englische artichoke geht ebenfalls darauf zurück. Seltener findet man die Eindeutschung Erdschocke. In vielen Sprachen wurde der Name durch Volksetymologien beeinflusst. So findet man in älteren englischen Texten manchmal die Schreibweise hartichoke, was offenbar auf den Volksglauben zurückgeht, das Herz (heart) der Artischocke wäre ungenießbar und würde zum Tod durch Ersticken (choke) führen.

Die frostempfindliche Artischocke stammt vermutlich ursprünglich aus Äthiopien und hat sich vor etwa 2000 Jahren von Nordafrika über Persien und das östlichen Mittelmeer (Kilikien) bis nach Spanien ausgebreitet.
Weil man in einigen Regionen dachte , dass die Artischocke tödlich ist, war sie lange Zeit daher nur eine Zierpflanze.

Die Artischocke war Arzneipflanze des Jahres 2003.

Woran erkennt man Artischocken
Die Artischocke gehört zur Gattung der Korbblütler. Sie ähnelt in allen Teilen ihren wilden Vorfahren der Distel (Cynara cardunculus), wächst mehrjährig und ist ausdauernder. Im Herbst des ersten Vegetationsjahres bildet sich eine grundständige Blattrosette. Erst ab dem zweiten Jahr bildet sie etwa fünf Jahre lang bis zu drei etwa orangengroße Blütenknospen.

Geerntet werden die im Vergleich zu wild wachsenden Pflanzen größeren körbchenförmigen Blütenstände. Dieser ist stark fleischig und bei kultivierten Formen kaum dornig.
Wenn die Blütenstände nicht geerntet werden, bilden sich violette Röhrenblüten aus.

Wo findet man Artischocken?
Mittlerweile wird die Artischocke überall da angebaut, wo es das Klima zulässt.
Die Gruppe der Artischocken wird wegen ihrer essbaren knospigen Blütenstände überall da angebaut, wo es das Klima zulässt. Sie wird als Blütengemüse verzehrt. Ebenfalls zur Art Cynara cardunculus zählt das Blattgemüse Cardy.

Wie wirken Artischocken?
Artischocken sind appetitanregend und cholesterinsenkend. Wegen der unterschiedlichen Wirkmechanismen (Vermehrte Ausscheidung von Cholesterin, erhöhter Verbrauch zur Gallensäuresynthese, Hemmung der Neubildung von Cholesterin in den Leberzellen) kann durch den Verzehr von Artischocken eine Senkung des Gesamtcholesterins um bis zu 12% erfolgen. Aus diesem Grund spielt die Artischocke eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung gegen Arteriosklerose. Der in ihnen enthaltene Bitterstoff Cynarin regt den Stoffwechsel von Leber und Galle an. Ihre Blätter werden in Säften, Tees, Trockenextrakten und Tinkturen verwendet. Die medizinische und diätetische Wirkung führt man auf den Gehalt an speziellen Flavonoiden und Chinasäurederivaten zurück.
Eingesetzt wird sie außerdem bei Verdauungsbeschwerden und Verdauungsstörungen, gegen Blähungen, bei Appetitlosigkeit und Hyperlipidämie (hohe Blutfettwerte).
Auch bei Diabetes können sie unterstützend helfen.

Artischocken setzt man auch homöopathisch ein, meistens als Urtinktur sowie als Cynara Scolymus D2, D4, D6 Globuli.
Die Wirkung ist in dieser niedrigen Potenzierung die gleiche wie bei der Heilpflanze.

Artischocken dürfen nicht bei einer Allergie gegen Korbblütler eingesetzt werden. Außerdem sollten Patienten mit Gallensteinleiden wegen der Gefahr eines Verschlusses der Gallenwege Artischockenpräparate nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt einnehmen.

 Zusammengefasst noch einmal die Anwendungsgebiete für die Artischocke

  • Appetitlosigkeit
  • Bauchschmerzen
  • Pankreasschwäche
  • Blähungen
  • Lösung von Cholesterinablagerungen
  • Diabetes
  • Verbesserung der Fettverdauung
  • Gallenschwäche und Gallensteine
  • Hypercholesterinämie (zu hoher Cholesterinspiegel)
  • Übelkeit
  • Leberschwäche (Leberzellen wachsen besser)

 

cynara-cardunculusWelche Wirkstoffe enthält die Artischocke?
Artischockenblätter enthalten zahlreiche Phenolcarbonsäuren. Dazu zählen unter anderem Kaffeesäure, Caffeoylchinasäurederivate wie Chlorogen- und Neochlorogensäure und Dicaffeoylchinasäurederivate wie Cynarin. Weitere Wirkstoffe der Droge sind bittere Sesquiterpenlactone mit der Hauptkomponente Cynaropikrin (s. Abbildung) und verschiedene Flavonoide (Rutin, Luteolin) sowie Inulin, Enzyme, Cynarosid und Scolymosid.

Welche Teile der Pflanze werden verwendet?
Die medizinisch verwendete Droge stammt vor allem aus Kulturen in Franken, Brandenburg, Thüringen und der Bretagne, aber auch aus süd- und südosteuropäischen Ländern. In der Phytotherapie verwendet man die frischen oder getrockneten, ganzen oder geschnittenen Laubblätter der Artischocke (Cynarae folium). Seltener werden auch die Wurzeln, die Blütenknospen oder ein gepresster Saft aus frischen Pflanzenteilen verwendet.

Verschiedenes
Artischockenblätter können als Tee verwendet werden. Zur Zubereitung wird 1 Teelöffel der fein geschnittenen Droge mit kochendem Wasser übergossen. Man lässt 10 Minuten stehen und gibt anschließend durch ein Teesieb. Eine Tasse dieses Tees wird dann jeweils vor den Mahlzeiten getrunken.

Es gibt auch einige Verdauungsteemischungen, die Artischocken enthalten.
In pflanzlichen Arzneimitteln kommen wässrige Trockenextrakte der Artischocke (300-400 mg) in verschiedensten Mono- und Kombinationspräparaten zum Einsatz. Sie werden als Tabletten, Kapseln, Dragees, Tropfen usw. angeboten. Die mittlere Tagesdosis beträgt, wenn nicht anders verordnet, ca.6 g.
Da es noch keine ausreichenden klinischen Unterlagen gibt, sollten Artischockenpräparate bei Kleinkindern sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden.

Bei großen Artischocken werden die unteren fleischigen Teile der Schuppenblätter und die Blütenböden (eigentlich Korbböden) als Nahrungsmittel verwendet.

Als Artischockenherz bezeichnet man den unteren verdickten Teil des Kelchblatts (eigentlich Hüllblatts) der Artischocke. Sie gelten in Öl eingelegt als beliebte Komponente mediterraner Antipastiplatten.

Seit 1953 wird in Padua aus Artischocken - zusammen mit Kräutern - auch ein dunkelbrauner Digestif mit dem Namen Cynar hergestellt.

 

 


Gemeiner  Löwenzahn (Taraxacum officinale)


Dr. rer. nat. Frank Herfurth - Heilpraktiker, Dozent, Lebensmittelchemiker
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Quelle: http://de.wikipedia.org
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