NATURHEILKUNDE aktuell

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Das Herz in der Naturheilkunde

Warum Schlafstörungen?

Grundlegendes

Das Herz stellt im Körper eine zentrale Rolle in der Versorgung der Körperzellen und des Gewebes mit Nährstoffen und Sauerstoff dar. Das Herz kontrolliert die Durchblutung der einzelnen Organe und Körperstrukturen. Es ist der Motor, der unser Herz-Kreislauf-System antreibt und aufrecht erhält. Würde der Motor stehen bleiben, so würde ebenfalls das Leben still stehen.

Das Herz lässt sich diagnostisch mittels eines Stethoskops abhören. Herztöne und Herzgeräusche lassen sich hören und in die Diagnostik einordnen. Ebenso kann die Tätigkeit des Herzens mit einem EKG untersucht und gemessen werden. Sichtbar wird das Herz in weiteren bildgebenden Verfahren. Die perfekte Diagnostik des Organs Herz bringt heutzutage vielen Menschen Segen, da somit viele Krankheiten und Notfälle eingegrenzt und behandelt werden können. Doch im Unterschied zu der perfekten körperlichen Untersuchung und Behandlung können mit diesen Verfahren keine wirklich tiefgreifenden Veränderungen und Probleme des Menschen erkundet werden.

Folgende Redewendungen lassen sich an dieser Stelle aufführen:
• ein Herz und eine Seele sein
• ein herzensguter Mensch
• mein Herz zerbricht
• das Herz am rechten Fleck tragen
• mit dem Herzen fühlen
• es bedrückt mein Herz

Viele emotionale Themen belasten den Menschen in der heutigen Zeit und betreffen das emotionale Herz. Die Menschheit verschließt sich deswegen immer mehr und grenzt sich gegeneinander ab. Zu sehen an den hochgezogenen Schultern und den „ausgefahrenen“ Ellenbogen. Emotionale Kälte macht sich breit, da die
• Herzenswärme fehlt.

Der Film „Das Kalte Herz“ macht dies deutlich. Das Herz „erstarrt“ und wird verhärtet. Diese Verhärtungen machen sich als Verkalkungen im Gefäßsystem breit. Man spricht von einer Arteriosklerose.

 

Anatomie aus ganzheitlicher Sicht

Das Herz ist ein Hohlmuskel und besteht aus teils aus glatter und teils aus quergestreifter Muskulatur. Der unterschied zum Skelettmuskel besteht darin, dass der Herzmuskel nicht ermüdet, denn er muss ein Leben lang schlagen.

Am Herzen unterscheidet man drei Schichten: die Herzinnenhaut, die Herzmuskulatur und den Herzbeutel. Der Herzmuskel stellt den arbeitenden Teil des Herzens dar. Er kontrahiert und entspannt. Anspannen und entspannen sind die gegensätzlichen Anteile des Zustandes der Muskulatur. Beide gehören zusammen wie Yin und Yang. Den einen Zustand gibt es ohne des anderen nicht. Entspannen bedeutet Füllen und Anspannen bedeutet Austreiben.

Das Herz besteht anatomisch aus vier Hohlräumen, den zwei Vorhöfen und den zwei Kammern. Durch diese Räume fließt das Blut vom Körperkreislauf in den rechten Vorhof, von dort in die rechte Kammer. Von hier aus gelangt das Blut in den Lungenkreislauf, um mit Sauerstoff angereichert zu werden.

Danach fließt es in den linken Vorhof und in die linke Kammer. Die linke Kammer befördert das Blut dann über die Hauptschlagader in den Körperkreislauf. Durch diese Aktivität wird der Körper mit stofflichen Substanzen versorgt. Hierfür ist ein angemessener Blutdruck wichtig. Steigt der Druck im Leben an, so werden bestimmte Strukturen schnell überlastet. Der Mensch verliert an Leistungsfähigkeit. Der Blutdruck beschreibt die Spannung und Spannkraft im Lebenssystem. Hoher Blutdruck - zuviel Spannung und zu niedriger Blutdruck, mangelnde Spannung im Leben. Ebenso spielt der Gefäßwiderstand eine Rolle. Die Gefäße müssen eine optimale innere Spannung aufweisen, damit das Blut gut hindurch fließen kann. So wäre es auch mit dem Leben wünschenswert. Das Leben muss fließen. Ständige Widerstände und Abneigungen machen das Leben schwer. Man steht dauernd unter körperlicher und seelischer Anspannung. Als Folge kann der Blutdruck steigen.

Die großen Arterien teilen sich immer mehr auf und werden kleiner. Durch diese Aufteilung werden alle Körpergebiete mit Stoffen versorgt. Die kleinste Einheit der Gefäße sind die Kapillaren. Sie bestehen aus einer dünnen Membran und einem einschichtigen Epithel. Hier findet der Stoffaustausch mit dem Gewebe und den Zellen statt. Dieser Austausch funktioniert nahezu reibungslos. Die Gefäße lassen Stoffe hindurch, hinein und hinaus. Die Wichtigkeit der Offenheit gegenüber dem Leben kommt hierbei deutlich zum Vorschein. Ist der Mensch nicht offen gegenüber seiner Umgebung, so kommt es zu keinem Austausch. Die geistig-seelische Welt wird nur ungenügend genährt. Die Kapillaren gegen dann über in das venöse System, welches das Blut dann wieder zum Herzen befördert. Alles kommt wieder zum Ursprung zurück. Gemäß dem Kreislauf des Lebens.

 

Das Herz im Yoga
Grundlegendes

Das Herz-Kreislauf-System stellt eine Art Rhythmus-System dar. Das Herz ist besonders stark mit den Lungen bekoppelt. Über die Bewegung des Herzens bekommt der Mensch einen gewissen innerlichen Rhythmus. Das Herz schlägt normalerweise gleichmäßig schnell in einer gewissen Geschwindigkeit. Verändert sich unser Lebensrhythmus, so verändert sich auch der Herzschlag. Sind wir in Eile, so wird der Puls schneller und kommen wir zur Ruhe, so verringert sich die Herzfrequenz. Leben wir in einem hektischen Umfeld, so werden wir leicht aus unserem Lebensrhythmus gerissen und befinden uns im Strudel des Alltags. Hier ist es wieder wichtig, die Mitte zu finden und zur Ruhe zu kommen.

Das Herz steht in Zusammenhang mit dem Herz-Zentrum, dem Anahata-Chakra. Dieses Chakra steht in der Mitte der sieben Chakren und verbindet Geist und Materie. Es schafft einen Ausgleich zwischen Himmel und Erde und bringt den Menschen wieder zurück in seine Mitte. Mit dieser Mitte ist die allumfassende universelle Mitte gemeint. Dies ist nicht zu vergleichen mit dem Zentrum eines Kreises oder der messbaren Mitte einer Strecke. Im Grunde genommen gibt es keinen zentrierenden Punkt auf den sich alles konzentriert. Vielmehr dehnt sich dieser Mittelpunkt auf das ganze Universum auf und ist gleichsam allumfassend. Die universelle Kraft der Liebe ist das anziehende Zentrum und die universelle Ausdehnung zugleich.

Zentriert in seiner Mitte durch das Leben gehen und einen offenen und freien Geist haben.
Das Herz ruht im Brustkorb. Hier wohnt unser Gefühlsleben. Der Bereich der Emotionen gehört in unser Leben hinein und nimmt eine mittende Stellung zwischen dem Denken und den Willenskräften ein. Gedanken und Taten sollten mit dem Gefühlsleben in Einklang gebracht werden. Denke auch mit dem Herzen.

 

Yoga-Therapie
Bei Erkrankungen des Herzens sollte eine Teilnahme am Yoga vorher schulmedizinisch abgeklärt werden !!

Ebenso sollte der Therapieerfolg ärztlich überprüft werden, um eine eventuell Veränderung der Symptomatik medikamentös neu einzustellen. Beim Üben ist besonders darauf zu achten, den Menschen wieder in seine Mitte zu führen. Das Herz-Chakra kann hier besonders angesprochen werden. Es ist das Chakra, welches die oberen und die unteren drei verbindet. Es vermittelt sozusagen zwischen dem geistigen Prinzip und dem weltlichen Prinzip. Beides muss im Herzen vereint werden, um Frieden zu erlangen.

Bei Verkalkungsprozessen kommt es zu einer Starrheit der Gefäße und zu Elastizitätsverlust. Diese Verhärtungen können sich im geistig-seelische Bereich bemerkbar machen in Form von Starrheit im Denken und zu starken psychischen Anspannungen. Hier empfiehlt es sich, sanfte Übungen einzusetzen. Achtsame und bewusste Übungen sollten im Vordergrund stehen, das geistige Loslassen soll gefördert werden. Ebenso muss auf die Kreislaufsituation geachtet werden. Keine zu anstrengenden Übungen und keine Übungen, die eine Pressatmung hervorrufen könnten, durchführen. Langsames Heranführen an Übungen, die den Brustkorb öffnen. Hier sollte man sehr vorsichtig heran gehen. Ebenfalls keine einschnürenden Übungen, wie beispielsweise den Pflug, üben. Die Einschnürungen können das Herz verengen und die Problematik verstärken.

Hinweise für die Praxis
• Langsames und bewusstes Üben
• Kein zu langes statisches Halten der Übungen
• Keine einschnürenden Übungen durchführen
• Keine zu starken Brustöffnungen durchführen
• Bei Umkehrübungen aufpassen
• Auf Symptome und Unwohlsein der Teilnehmer achten !!!

Übungsreihe für das Herz
Der Schwerpunkt der Yoga-Therapie zielt von Beginn an auf die Entspannung und das Loslassen auf der körperlichen, seelischen und geistigen Ebene.
• Shavasana mit Zentrierung auf das Herz-Chakra
• Khandarasana, Schulterbrücke
• Sarvangasana, Schulterstand (nur kurz hinein gehen)
• Matsyasana, Fisch
• Samdhisthana, Andreaskreuz
• Vrikshasana, Baum

Das Herz in der Traditionellen Chinesischen Medizin
Das Herz ist der Monarch im Organsystem der Zang Fu. Es hat folgende Funktionen:
• Das Herz regiert das Blut,
in dem es das Blut bewegt. Wird das Blut nur ungenügend bewegt, so kann es sich stauen und eine Blut-Stagnation hervor rufen. Es kann zu einer Minderdurchblutung kommen. Dies kann sich in einer Blässe des Gesichts und der Haut manifestieren.
• Das Herz manifestiert sich im Gesicht.

Hier im Glanz des Gesichtes. Ist das Antlitz trübe, so mangelt es im Herzen an Energie. Die Augen sind stumpf und trübe.
• Im Herz-Blut wohnt der Geist Shen*.
Der Geist steht für unsere mentalen Fähigkeiten.
• Das Herz öffnet sich in der Zunge
• Das Herz auf der Zunge tragen

Diese Merksätze der Chinesischen Medizin beschreibt die Beziehung des Herzens zu Sprache und Stimme. Ein Mangel des Herz-Qi kann zum Beispiel zu Stottern führen. Viele Sprachstörungen können durch ein Ungleichgewicht des Herzens verursacht sein.

Folgende Muster lassen sich in der Traditionellen Chinesischen Medizin diskutieren:

Fülle Muster
• Kälte attackiert das Herz
• Herz-Feuer
• Herz-Blut-Stagnation
• Nässe / Schleim attackiert das Herz

Leere Muster
• Herz-Qi-Mangel
• Herz-Yang-Mangel
• Herz-Blut-Mangel
• Herz-Yin-Mangel

Kälte attackiert das Herz
Wenn Kälte das Herz attackiert, so ziehen sich die Gefäße zusammen und die Durchblutung verringert sich.

Klinische Symptome

• Schmerzen in der Brust
- stechend
- zusammenziehend
• Angina pectoris

Hauptpunkt
• He 5, Tong Li

 

Herz-Feuer

Klinische Symptome
• Herzrasen
• Herzklopfen
• Schlafstörungen

Hauptpunkt
• He 8, Shao Fu

Herz-Blut-Stagnation

Das Blut staut sich und es kommt zu einer Verlegung der Gefäße.
Klinische Symptome
• Angina pectoris
• Herzinfarkt

Hauptpunkt
• KS 4, Xi Men

Nässe / Schleim attackiert das Herz

Nässe und Schleim führen zu einer Verlegung der Gefäße.

Klinische Symptome
• Arteriosklerose

Hauptpunkt
• KS 5, Jian Shi

Herz-Qi-Mangel

Hier liegt eine Schwäche der Herz-Energie zugrunde.
Klinische Symptome
• Herzinsuffizienz I
• Mangelnde Leistungsfähigkeit

Hauptpunkt
• He 5, Tong Li

Herz-Yang-Mangel

Hier liegt eine Schwäche der Herz-Energie zugrunde.

Klinische Symptome
• Herzinsuffizienz II
• Mangelnde Leistungsfähigkeit

Hauptpunkt
• He 5, Tong Li

Herz-Blut-Mangel


Klinische Symptome
• Herzklopfen
• Extrasystolen

Hauptpunkt
• He 7, Shen Men

Herz-Yin-Mangel


Klinische Symptome
• Innere Unruhe
• Hektik
• Nervosität

Hauptpunkt
• He 6, Xi Men

 

Das Herz in der Naturheilkunde

Das Zeichen für die Liebe wird meist mit dem Symbol des Herzens beschrieben. Liebe und Herz stehen eng bei einander. Hier kennen wir die Redewendungen:
• Herzallerliebste/r
• ich liebe ihn von ganzem Herzen.

Diese Liebe erfüllt das ganze Herz und bringt es zum Strahlen. Doch wo ist diese Liebe geblieben. Die Liebe zwischen den Menschen?

Das Leuchten vieler Menschen ist verloren gegangen, das Herz leidet und erschlafft. Fragen wir uns, warum es so viele Erkrankungen des Her- und Kreislauf-Systems gibt, so finden wir eine einfache Erklärung. Die Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den Wohlstandserkrankungen. Schlechte Ernährung, mangelnde Bewegung und zuviel Stress zählen zu den Ursachen. Der Konsum steht im Vordergrund und weniger die Qualität. Das leere Herz versucht sich mit materiellen Güter zu füllen, doch umsonst. Das Herz leidet und schmerzt, weil es nicht das bekommt was es braucht:

Liebe, Frieden und Mitgefühl.


Freude erfüllt das Herz und lässt es tanzen. Erkrankungen des Herzens stellen mangelnde Lebensfreude dar oder die mangelnde Fähigkeit, Liebe und Gefühle auszudrücken.

Stellen wir uns selbst einmal die Fragen des Herzens:
• Was ist unser Herzenswunsch?
• Was erfüllt mein Herz mit Freude?
• Was bedrückt mein Herz?
• Was liegt mir auf dem Herzen?

Sorgen, Probleme und emotionale Ungleichgewichte lasten auf dem Herzen und bedrücken es. Man fühlt sich eingeschränkt in seiner Freiheit und sucht nach Erfüllung, doch in der materiellen Welt können wir diese nicht finden. Wir müssen wieder nach innen schauen und auf unser Herz hören. Das Herz befreien bedeutet auch, Liebe zu geben. Bedingungslose Liebe. Liebe anderen zu geben, ohne einen Dank zu erwarten macht das Herz stark und den Menschen glücklich. HP Markus Ritz

 

Abbas Schirmohammadi
Heilpraktiker für Psychotherapie & Entspannungstherapeut


CD-Tipps gegen Schlafstörungen:

AUTOGENES TRAINING: In der Ruhe liegt die Kraft


Music of Love: zum Entspannen, Auftanken und Wohlfühlen