Crataegus / Arnika - Herz-Kreislaufstörungen

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Crataegus / Arnika  - Herz-Kreislaufstörungen
Wenn die Leistungsfähigkeit des Herzens im Verhältnis zu den, an es gestellten, Aufgaben unzureichend erscheint, ist von Zeit zu Zeit eine entsprechende cardiale Therapie geboten.

Im Frühstadium und bei kompensiertem Herzen hat sich Crataegus infolge seiner tonisierenden Wirkung auf den Herzmuskel als therapeutisch ausserordentlich wertvoll erwiesen. Arnica darf jedoch nie vergessen werden.


Die herzwirksamen Bestandteile sind:
Arnica montana und Crataegus zu gleichen Teilen:
Rp.
Crataegus Tinktura
Arnica Tinktura
aa part
m.f. Tinktura


Nach STIRNADEL wirkt Arnica in kleinen Gaben erweiternd auf die Blutgefässe, besonders auf die Coronargefäße, ferner kreislaufregulierend und krampflösend.
Er schreibt weiter, dass sich Arnica deshalb bei Herz und Kreislauferkrankungen, besonders bei Herzasthma, bei Gefässkrämpfen und bei schlechter Durchblutung des Herzens gut bewährt.

GESSNER hebt ebenfalls die gute Wirkung der Arnica Therapie auf Herz, Kreislauf und Atmung hervor.
Auf Grund seiner Versuche hat er festgestellt, dass durch die parenterale Zufuhr von Arnica auch das vegetative Nervensystem günstig beeinflusst wird.
Dieser Einfluss erstreckt sich sowohl auf den Sympathicus als auch auf den Parasympathicus und hat zentrale und periphere Angriffspunkte.
Crataegus besitzt nicht nur eine Gefäßwirkung, sondern auch eine in gewissem Sinne digitalisartige Herzwirkung (Glycosid 2. Ordnung).
Im Frühstadium und bei den leichteren Herz- und Gefässerkrankungen erreicht man durch Crataegus nach längerer Medikation subjektive Besserung und objektiv messbare Tonisierung und Regularisierung der Herztätigkeit.

Durch die Gefäßerweiterung wird mit Crataegus eine Besserung der Durchblutung, vor allem eine Steigerung der Coronardurchblutung erzielt.
Dementsprechend sind die Indikationen von Crataegus und Arnica angezeigt, da sich Arnica montana und Crataegus gegenseitig ergänzen bei:

  • Herz- und Gefässstörungen, besonders auf nervöser Basis,
  • Myocardschwäche im höheren Lebensalter,
  • leichtere Formen von Herzinsuffizienz,
  • Myodegeneratio cordis,
  • Arrhythmie und Blutdruck Anomalien.


Bei Herzaffektionen, bei denen eine Glykosidbehandlung (erster Ordnung) indiziert ist, geht man erst nach, durch die Digitalis und Strophanthin Therapie erreichte Kompensation zu Crataegus als Dauermedikation über.

In fast allen Fällen kann dann die Kompensation erhalten werden.
In besonders schweren Fällen wird Crataegus im digitalis- und strophanthinfreien Intervall gegeben.
Beim Altersherz, verbunden mit leichter bis mittelschwerer Myocardschädigung und erhöhtem Blutdruck mittleren Grades, zeigt sich die Medikation dieses Präparates als therapeutisch besonders wertvoll.

In den meisten Fällen der täglichen Praxis war eine Glykosid Therapie (für Heilpraktiker/innen nicht erlaubt) nicht erforderlich.
Auch ohne diese wurde unter Crataegus et Arnica eine weitgehende Besserung aller subjektiven Beschwerden erreicht.
Vor allem wurden die Übermüdungserscheinungen günstig beeinflusst.
Die kreislaufstimulierende und sedative Wirkung ist unverkennbar.
Der erhöhte Blutdruck normalisiert sich.

Ein dankbares Feld für die Crataegus Verordnung (siehe Rezept weiter oben) sind die nervösen Störungen des Herzens, vor allem die sog. Herzneurose.
Die abnormen Sensationen in der Herzgegend wie Herzklopfen, Druckgefühl und Stechen am Herzen werden gemildert, bzw. beseitigt.
Die respiratorische Arrhythmie und die Tachycardie bilden sich zurück.
Die Pulsfrequenz sinkt in fast allen Fällen von 96/min auf 75/min in Ruhe.
Die Herzneurose hängt oft mit einer Störung des vegetativen Nervensystems zusammen, die Herzbeschwerden sind Teilerscheinungen einer allgemeinen Neurose.
Diesem Umstand muss dadurch Rechnung getragen werden, dass neben der Medikation von Crataegus eine Allgemeinbehandlung (vor allem Regelung der Lebensweise und Lebensführung) und eine psychotherapeutische Beeinflussung stattfinden muss.
Bei Coronarinsuffizienz, bei Arrhythmia absoluta und bei den leichteren Fällen von Angina pectoris zeigt sich Crataegus als wertvolles Adjuvans.

Bei leichten bis mittelschweren Myocardschäden kann man in den meisten Fällen mit Crataegus zum Ziel kommen; in Verbindung, mit Herz- und kreislaufschonender Lebensführung.
Auffallend ist das subjektive Wohlbefinden der Patienten nach der Medikation dieses Mittels.
Wichtig jedoch ist die Kombination mit Arnika.
Bei der Coronarinsuffizienz ist das Herz nur ungenügend durchblutet weil die Coronargefäße nicht oder nicht hinreichend durchgängig sind.
Auch heute noch wird Bettruhe und Diät verordnet und je nach der Schwere des Falles eine (veraltete!) Strophanthin Kur durchgeführt.
Hier muss (!) im Intervallstadium Crataegus verordnet werden.
Es erweist sich nämlich als digitaliseinsparend.

Wenn auch bei den Störungen der Reizbildung der Einfluss des vegetativen Nervensystems unverkennbar ist, so findet sich doch die absolute Arrhythmie hauptsächlich bei organischen Herzerkrankungen, insbesondere bei der Mitralstenose.
Die Arrhythmia absoluta ist eine Domäne der Digitalistherapie.
Diese bewirkt eine Verlangsamung der Kammertätigkeit, weil durch Digitalis die Überleitung der Reize durch das Hissche Bündel erschwert wird, so dass in den meisten Fällen eine Kammerfrequenz von 70 Schlägen erreicht werden kann.
Das Pulsdefizit schwindet oder wird so gering, wie es der Herzmuskel erlaubt.
Die Leberschwellung geht in den meisten Fällen langsam zurück.
Auch in diesen Fällen sollte jedoch zur Einsparung der Digitaloide Grataegus-Arnika entweder als Adjuvans oder im Intervall gegeben werden.
Die Kompensation kann dadurch auf lange Zeit gehalten werden; besonders tritt hier auch die sedative Wirkung des Crataegus in Erscheinung.
Dieselbe kombinierte Therapie sollte auch bei Angina pectoris zur Anwendung gebracht werden.
Es hat sich herausgestellt, dass es sehr wichtig ist, bei Angina pectoris auch den Zustand des vegetativen Nervensystems zu beachten und dementsprechend zu behandeln.

Zusammenfassung:

Crataegus et Arnika hat sich im Frühstadium und bei den leichten und mittelschweren Herz und Gefässerkrankungen, vor allem bei Altersherz, Herzneurose, bei Myocardschäden geringeren Grades und bei vegetativer Dystonie mit Herzaffektionen als Tonikum und Regulator von Herztätigkeit und Kreislauf gut bewährt.
Hervorzuheben ist die, dabei erzielte subjektive Besserung der Beschwerden, wahrscheinlich infolge der sedativen Wirkung und gleichzeitigen Kreislaufstimulierung.

Wenn Herzglykoside erster Ordnung indiziert sind, zeigt sich Crataegus infolge seiner digitalisartigen Wirkung als ein wertvolles Adjuvans, es wirkt stark Digitalis einsparend.