Suchttherapeut/in

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Suchttherapeut/in

Sucht ist heutzutage ein in allen gesellschaftlichen Schichten anzutreffendes Phänomen. Dabei ist den Betroffenen häufig zunächst nicht bewusst, dass sie sich in einer Abhängigkeitssituation befinden. Die gesellschaftliche Entwicklung hat es mit sich gebracht, dass es heute nicht nur klassische Abhängigkeiten wie Alkohol, Tabak und Drogen, die wir in der Praxis antreffen, gibt, sondern immer mehr auch andere Formen des Suchtverhaltens, wie z.B. Medikamente, Spielen, Internet, Konsum, Essen, Arbeit, Sexualität etc. sich ausbreiten. All diese Suchtmuster habe gemeinsam, dass sie das soziale Umfeld der Betroffenen stören, bis zerstören. Oft sind es die Angehörigen, die mit den sich wiederholenden Situationen nicht mehr zurechtkommen und dann professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Die eigentlich Betroffenen, die Abhängigen, wissen häufig nicht um die eigene Sucht und müssen dann erst einmal zu dem Punkt geführt werden, an dem sie die Situation erkennen können. Um Verhaltensweisen ändern zu können, ist es aber zwingend notwendig, dass sich alle Betroffenen ihrer Rollen bewusst werden: die Abhängigen ihrer Abhängigkeit und die Angehörigen/Partner ihrer eventuellen, natürlich nicht bewussten, Co-Abhängigkeit. Ziel der Fachqualifikation zum/r Suchttherapeuten/in ist es, Betroffenen und Angehörigen professionelle Hilfestellung und Begleitung aus der Abhängigkeit anbieten zu können.

Um Verständnis für die Komplexität des Themas zu gewinnen, unterteilt sich die Ausbildung in drei Teile:

1. Theorie, Selbstreflexion, Anwendungstraining
2. Praktikum, Hospitation, Einzel- und Gruppensupervision
3. Schriftliche Hausarbeit, Abschlusskolloquium

Neben der Vermittlung fundierter theoretischer Grundlagen, illustriert mit Fallbeispielen über die Vielfältigkeit des Erscheinungsbildes, liegt der Fokus der Ausbildung auf der Sensibilisierung der Psychodynamik von Sucht. Sequenzen von Gruppenarbeit richten die Aufmerksamkeit auf eigene ausweichende Verhaltensweisen und Beziehungsstrukturen. Das Erkennen persönlicher Muster durch Übungen schafft für Sie eine Grundlage für eine kompetente Beratung und therapeutische Handlungskompetenz. Deshalb ist die Bereitschaft zur Selbsterfahrung eine wichtige Voraussetzung.

Schwerpunktthemen:

* Suchttheorien
Ursachen, Entwicklung, Verlauf und Symptome von stofflich gebundenen und stofflich nicht gebundenen Abhängigkeitserkrankungen
* Diagnostik und Differentialdiagnostik
* Aktuelle Daten und Fakten zum Thema Sucht
* Grundprinzipien und Leitlinien zur Prävention und Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen
* Indikationen für ambulante oder stationäre Therapie
* Verschiedene Modelle und Ansätze therapeutischer Interventionen:
o Systemische Beratungs- und Interventionsstrategien
o Grundlagen ziel- und lösungsorientierter Gesprächsführung
o Lösungs- und ressourcenorientierte Beratung und Therapie bei Suchtverhalten
o Beziehungsdynamik und Glaubenssysteme in Familien mit Suchtproblemen
o Systemische Körperpsychotherapien
o Bonding-Psychotherapie
* Rechtliche Aspekte im Umgang mit abhängigen Klienten
* Selbsthilfegruppen