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Warum beseitigt Muskelcoaching so schnell und effektiv Muskelpsychosen?

Warum beseitigt Muskelcoaching so schnell und effektiv Muskelpsychosen?

Jede Zelle unseres Körpers ist in der Lage Informationen zu speichern. Nimmt man alle Zellen zusammen, so entsteht ein gigantisches Speichersystem, welches weit größer ist, als alle Computer dieser Welt zusammen. Versuchen Sie, sich einmal an einen schönen Strandurlaub zu erinnern, eine gute Zeit in den Bergen, den Duft einer guten Tasse Kaffee oder Tee, schlicht an eine angenehme Erinnerung. Wie Sie bemerken werden, bleibt es nicht nur bei den Gedanken. Sie haben Gefühle, Wärme, Kälte, Gänsehaut, sie hören Musik, Geräusche, sie wissen noch, mit wem sie geredet haben.
Die Komplexität dieser Erinnerung ergreift ihren ganzen Körper. Waren sie zuvor vielleicht sogar mies gelaunt, so ist unter Umständen die schlechte Laune vergangen und sie sind sogar fröhlich.

Das gleiche passiert mit schlechten Erinnerungen. Auch hier wird alles, was zu der Erinnerung dazugehört, im Körper gespeichert. Einen entscheidenden Unterschied gibt es allerdings! Diese Form der Erinnerung versuchen wir zu verdrängen. Den Menschen, denen das nicht gelingt, wird die Erinnerung daran manchmal zur Qual. Sie unternehmen dann alles, um zu lernen, mit diesen Erinnerungen umzugehen, sei es durch Psychotherapie, Bewegung, autogenes Training, Ortswechsel, Partnerwechsel etc.

Viele der von uns gewählten Selbst-Behandlungsmethoden reichen aber nicht aus, um eine wirksame Distanz zu dieser Erinnerung zu bekommen. Woran liegt das?

Wie am Anfang berichtet, speichert jede Zelle unseres Körpers Informationen. Beginnen wir nur eine Psychotherapie oder andere vorgenannte Lösungswege, so behandeln wir in der Regel ausschließlich die Verstandesebene, den Kopfbereich! Die körperliche Ebene wird hierbei gar nicht berücksichtigt. Das soll nicht etwa heißen, dass in der Psychotherapie keine Tränen fließen, oder bei einer anderen Form von Therapie starke emotionale Ausbrüche passieren können. Warum es so schwer ist, an die körperliche Ebene des Ereignisses heranzukommen, möchte ich an einem Fallbeispiel erläutern.

Eine Patientin, 32, stellt sich bei mir mit dem Restless-Leg-Syndrom vor. Seit 20 Jahren kann sie keine Nacht durchschlafen, weil ihre Beine immer in Bewegung sind. Als Mutter von zwei Kindern ist es ihr mit chronischer Müdigkeit nicht möglich, einen Beruf auszuüben. Die Beziehung leidet darunter sehr stark, die Patientin ist extrem reizbar, sieht deutlich älter aus. Sie habe diesbezüglich schon alles getan, alle Medikamente, die am Markt verfügbar sind, ausprobiert, 20 Jahre Psychotherapie, etliche Ärzte, Neurologen, Psychiater, Internisten, Orthopäden, etc. etc. Final wollte man ihr in einer großen Universitätsklinik im Rückenmark bestimmte Nerven durchtrennen um die Ruhelosigkeit in ihren Beinen zu beseitigen. Das brachte die Patientin auf die Idee, nach Alternativen zu suchen.

Als die Patientin das erste Mal zu mir kam, war ein wunderschöner Sommertag, es war warm und es ging eine leichte Brise. Die Patientin trug ein dreiviertel Shirt, welches bis knapp über die Ellbogen reichte und einen Rock, der kurz oberhalb der Knie endete. Ich bat die Patientin, nach einem ausführlichen Erstgespräch, sich doch bitte auf die Liege zu legen. Danach begann ich meine Untersuchung wie immer an den Füßen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Füße völlig still. Ich sprach die Patientin darauf an und sie meinte, dass sie das manchmal habe, sie könne sich auch nicht erklären, warum. Hier gibt es bereits ein wesentliches Indiz dafür, dass es möglich zu sein schien, der Patientin zu helfen. Wenn etwas chronisch ist, bleibt es so und wird schlimmer. Wenn es aber kommt und geht, ist es weder chronisch noch muss es für immer bleiben.

Bei der weiteren Untersuchung am rechten Arm fiel mir auf, dass knapp unterhalb des Ellbogens eine kleine kreisrunde Narbe zu sehen war. Ich sprach die Patientin darauf an, was den dort geschehen sei. Beinahe freudestrahlend sagte mir die Patientin “Ach das, davon habe ich noch mehr! Sehen Sie hier!" Die Patientin hob ihr T-Shirt an und so konnte ich drei Narben im Bereich des Bauchraumes sehen. Das gleiche tat sie mit dem Rock und so wurden weitere Narben an den Oberschenkeln sichtbar. Insgesamt gab es acht solcher Narben.

Ich war aktiver Soldat, und so hatte ich eine Ahnung davon, wie Schusswunden aussehen. Ich legte die Patientin in eine spezielle Haltung auf den Rücken, sodass es für sie bequem war. Dann bat ich sie, die ganze Geschichte zu erzählen. Da Einzelheiten einen leichten Bezug zum Ort des Geschehens herstellen lassen, möchte ich dazu nur folgendes erzählen:

Die Patientin wurde in jungen Jahren Opfer eines Amoklaufs, bei dem mehrere Menschen und einige ihrer Freunde starben.

Wie zuvor schon erwähnt wurde die Patientin von acht Geschossen getroffen. Während ihrer ca. 30-minütigen Erzählung der Geschehnisse blieb die Patientin bemerkenswert ruhig. Erst als sie über ihre sogenannte Schlüsselsituation berichtete, begannen die Beine zu zucken. Noch während geschossen wurde, zogen Rettungskräfte sie und weitere Personen aus dem Gefahrenbereich und legten sie in einem gesicherten Bereich ab, dann sperrten Sicherungskräfte diesen Bereich mit dem Schlüssel zu. In diesem Moment hatte die Patientin nur einen einzigen Gedanken, trotz der Schmerzen und des vielen Blutes, was sie bereits verloren hatte, “Jetzt bin ich gefangen!”

Nach diesem letzten Satz "Jetzt bin ich gefangen!" entspannte sich plötzlich ihr ganzer Körper. Auf meine Nachfrage, wie es ihr denn jetzt gehe, antwortete sie, irgendwie anders und so komisch leicht. Wir vereinbarten für die kommende Woche einen weiteren Termin, und ich entließ die Patientin aus der Behandlung.

Am nächsten Vormittag bekam ich von der Patientin einen Anruf.“ Ich habe diese Nacht schon wieder nicht geschlafen, aber wissen Sie warum? Ich habe die ganze Nacht auf meine Beine gestarrt, und sie haben sich nicht bewegt“.

Die Patientin konnte die geplante Operation in der Uniklinik absagen und hat seit diesem Tag nicht ein einziges Symptom, das auf Restless Leg hindeutet, wiederbekommen.

Dies ist ein zugegebenermaßen sehr intensiver Fall, der jedoch auf einfache Art und Weise zeigt, wie hoch der Leidensdruck bei Menschen sein kann, denen etwas Erlebtes noch in den Knochen steckt. Würde es uns so gehen, so würden wir alles unternehmen, um die Symptome zu lindern, zu mindern oder zu beseitigen. Im vorgenannten Fall sogar das durchtrennen von Nerven im Rückenmark. Natürlich bedarf es einiger Erfahrung, um die Zeichen des Körpers zu lesen und zu verstehen. Das ist jedoch durch Aufmerksamkeit und Training erlernbar. Entscheidend hierbei ist, dass Sie durch gezielte Fragestellung und das Halten des Körpers in einer bestimmten Haltung, eine Situation schaffen, in der sich der Patient sicher fühlt und der Therapeut vermitteln kann, dass er mit Situationen, die den Patienten betreffen, umgehen kann und bereit ist, zu helfen.

 

Arne Forchheim,
Heilpraktiker & Chiroheilpraktiker
Seminare, Fachfortbildungen und Vorträge zum Thema bei Paracelsus

Webseite: arneforchheim.de
Mitglied im Verband Unabhängiger Heilpraktiker e.V.