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Kubebenpfeffer

Jawanischer Pfeffer, Schwanzpfeffer, Stielpfeffer, Kubenenpfeffer,Cubeba officinalis, Schwindelkörner, Piper caudatum, Semen Cubebae, Bräutigamskörner, Schwinnelkörn, Wilde Myrte, Würfelkörner 

Es handelt sich um eine Pflanzenart aus der Gattung Pfeffer in der Familie der Pfeffergewächse (Piperaceae). Verwendet wird sie als Gewürz- und Heilpflanze, insbesondere die Früchte der Pflanze. Sie werden ebenfalls als Kubebenpfeffer bezeichnet. Die einzelne Frucht wird Kubebe (Plural: Kubeben) genannt. Der Name Kubeben stammt ursprünglich von dem arabischen Wort كبابة kabâbah und entwickelte sich weiter über das lateinische cubeba und wurde dann eingedeutscht zu Kubebe. Zunächst wurden die unreifen Früchte der Pflanzenart so bezeichnet. 

Kubeben-Pfeffer stammt von Java und anderen indonesischen Inseln. Er wird außer in Indonesien auch in Sri Lanka angebaut. Auch einige afri­kanische Länder (Sierra Leone, Kongo) haben einen eigenen Anbau und expor­tieren be­deutende Mengen. Er wird auch auf den Kleinen Antillen kultiviert, insbesondere zur Beschattung von Kaffeeplantagen.

Kubeben-Pfeffer darf nicht mit Ashanti-Pfeffer (Piper guineense, Piper clusii) - auch Falscher Kubeben-Pfeffer oder Benin-Pfeffer genannt - aus dem tropischen Afrika verwechselt werden.

 

Kubeben-Pfeffer war in Deutschland Heilpflanze des Jahres 2016.

 

Woran erkennt man den Kubeben-Pfeffer

Bei Kubeben-Pfeffer handelt es sich um eine ausdauernde Kletterpflanze mit knotig verdicktem Stängel. Die Sträucher erreichen eine Höhe von bis zu sechs Metern. Die glatten Laubblätter sind lederartig, dunkelgrün, herzförmig bis lanzettlich zugespitzt und können bis zu 15 cm lang werden. Die relativ kleinen, weißen Blüten stehen in einem ährenartigen Blütenstand zusammen und sind ziemlich unscheinbar und bis zu 10 cm lang. Die Früchte selbst sind gestielte Beeren. Sie  sind etwas größer als gewöhn­liche Pfeffer­körner und weisen eine ausgeprägt runzelige Ober­fläche auf. Zumeist sind sie innen hohl. Normalerweise sind sie grün gefärbt und erreichen erst bei der Reife eine orange bis rotbraune Farbe. Wie auch der gewöhnliche Pfeffer sollten sie als Gewürz erst unmittelbar vor der Verwendung gemahlen werden.

 

Wie wirkt Kubeben-Pfeffer

Kubeben-Pfeffer wird schon seit der Antike zu Heilzwecken verwendet. Im Osten wird er immer noch geschätzt. Er wirkt schleimlösend und wird als Bestandteil in Mitteln gegen Atembeschwerden gebraucht. Kubeben-Pfeffer hat antiseptische Eigenschaften. Kubeben-Pfeffer ist leicht stimulierend und blähungstreibend.

 

In hohen Dosen verursacht er gelegentlich Übelkeit, Erbrechen, brennende Schmerzen, Darmkoliken oder hat sogar eine abführende Wirkung. Allergiker müssen vorsichtig sein, denn manchmal verursacht er exanthemartige Ausschläge auf der Haut.

Er wirkt auf die Harnwege und verursacht häufiges Wasserlassen. Der Urin nimmt dabei eine dunklere Farbe und einen eigentümlichen, aromatischen Geruch an.  Er wurde erfolgreich bei Gonorrhoe, Leukorrhoe, Harnblasenkatarrh, chronischer Blasenentzündung, Prostata-Abszess, chronischer Laryngitis und Bronchitis sowie Dyspepsie aufgrund eines atonischen Zustands des Magens eingesetzt. Unzerkleinert finden die Früchte Anwendung bei Kopfschmerzen (Schwindelkörner), zur Gedächtnisstärkung und zur Steigerung des Geschlechtstriebs. In der Homöopathie erfolgt die Anwendung entsprechend dem homöopathischen Arzneimittelbild bei Schleimhautentzündungen der Harn- und Geschlechtsorgane.

 

Zusammengefasst die Anwendungsgebiete für Kubeben-Pfeffer

  • auswurffördernd
  • Erkältungskrankheiten
  • anregend
  • Asthma
  • Blähungen
  • Magen- und Darmbeschwerden
  • entzündungshemmend
  • harntreibend
  • schleimlösend
  • verdauungsfördernd
  • magenstärkend
  • Brennen der Harnröhre
  • Spermatorrhoe
  • nächtliche Harninkontinenz bei Kindern
  • Schwäche mit Reizung der Genitalorgane
  • Unbehagen und Ameisenlaufen in Skrotum und Anus

 

Welche Wirkstoffe sind im Kubeben-Pfeffer enthalten?

Die getrockneten Früchte enthalten 7 bis 18% ätherisches Öl, das aus Monoterpenen (Sabinen 50%, Caren, α-Thujen, 1,4- und 1,8-Cineol, Myrcen, α-Pinen, Camphen, Limonen) und Sesquiterpenen (Copaen, α- und β-Cubeben, δ-Cadinen, β-Bisabolen, β-Caryophyllen, Germacrol) und oxygenierten Sesquiterpenen (Cubebol [siehe Formel], Nerolidol) besteht. Weitere wichtige Inhaltsstoffe sind fettes Öl, Harze (Cubebinsäure), Cubebin, Piperidin und nur etwa 0,4% des für die Schärfe der anderen Pfefferfrüchte verantwortlichen Piperins. Die Monoterpene dominieren dabei zwar die Zusammen­setzung, aber die Sesquiterpene haben den größeren Einfluss auf das Aroma.

 

Welche Teile der Pflanze werden verwendet?

Genutzter Pflanzenteil sind vor allem die Früchte. Es handelt sich um Beerenfrüchte (oft auch als Steinfrüchte bezeichnet), die in noch nicht völlig reifem Zustand (grün) geerntet und an der Sonne getrocknet werden, bis sie tief braunschwarz sind.

 

Verschiedenes

In Indien zählt der Kubeben-Pfeffer zu den bekannten Aphrodisiaka. Er ist außerdem Bestandteil der Orientalischen Fröhlichkeitspillen. In der indonesischen und arabischen Küche wird der Kubebenpfeffer als Gewürz verwendet, beispielsweise für Ras el-Hanout. Dies ist eine arabische Gewürzmischung aus bis zu 30 verschiedenen, gemahlenen Gewürzen, je nach zu würzendem Gericht. Es gibt aber zahlreiche Familien, die ihr Rezept haben, das von Generation zu Generation weitergegeben und als Familiengeheimnis gehütet wird. Der Kubebenpfeffer dient zum Aromatisieren von Magenlikören, Würzsoßen und ist auch Bestandteil des Pfefferkuchengewürzes. Medizinisch verwendet werden die pulverisierten Früchte mit einer täglichen Menge von durchschnittlich 2 bis 4 g. Maximal sollten 10 g eingenommen werden. Aus den Früchten kann auch ein Extrakt (1:1) oder eine Tinktur (1:5) hergestellt werden. Davon werden alternativ 2 bis 4 ml eingenommen.


Dr. rer. nat. Frank Herfurth
Heilpraktiker, Dozent, Lebensmittelchemiker
Ostlandstr. 53a
50859 Köln

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