NATURHEILKUNDE aktuell

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Corona-Virus: Empfehlungen für Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker

Für Heilpraktiker als Teil des Gesundheitssystems in Deutschland gelten die gleichen Bestimmungen (z. B. im Bereich der Hygiene) wie für alle anderen Akteure des Gesundheitssystems. Grundsätzlich kann jeder Praxisinhaber/jede Praxisinhaberin derzeit selbst entscheiden, ob die Praxis geöffnet wird oder nicht bzw. ob der Praxisbetrieb reduziert wird oder wie gewohnt weiter gearbeitet wird. Patienten mit Erkältungserkrankungen, oder solchen, die in Risikogebieten waren, sollte geraten werden, vorsichtshalber nicht in die Praxis zu kommen, sondern sich telefonisch beraten zu lassen.

Heilpraktiker/Heilpraktikerinnen dürfen den Coronavirus COVID-19 nicht behandeln!

Wenn doch ein Patient mit begründetem Verdacht auf den Coronavirus COVID-19 in Ihre Praxis kommen, folgen Sie dem Ablaufplan des Robert-Koch-Instituts (RKI) (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Massnahmen_Verdachtsfall_Infografik_DINA3.pdf?__blob=publicationFile ) und informieren sofort das für Sie zuständige Gesundheitsamt, das den Betroffenen in einen Rettungswagen mit Infektionsschutzset zu einer stationären Einrichtung bringt. Für Heilpraktiker/Heilpraktikerinnen besteht gemäß Infektionsschutzgesetz Behandlungsverbot, aber Meldepflicht.

 

Information über Ihren Praxisbetrieb - Beispiel:
Die Praxis bleibt bis auf weiteres geöffnet. Wir verzichten auf Händeschütteln und beachten die gebotenen Hygienevorschriften in der Praxis.
Bitte sehen Sie bei grippeähnlichen Symptomen oder wenn es in Ihrem persönlichen Umfeld einen bestätigten Infektionsfall mit dem Coronavirus COVID-19 gibt, von einem Besuch der Praxis ab. Wenn Sie unter den bekannten Symptomen einer Infektion mit dem Coronavirus COVID-19 leiden (Fieber, trockener Husten, Abgeschlagenheit, Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen und Schüttelfrost, Schnupfen, Übelkeit und Durchfall) wenden Sie sich bitte telefonisch an Ihren Arzt oder das Gesundheitsamt. Als Heilpraktiker/Heilpraktikerin ist mir laut Infektionsschutzgesetz die Behandlung einer Infektion mit dem Coronavirus COVID-19 nicht gestattet.

Trotz der derzeitigen Ausnahmesituation bin ich weiterhin gerne für Sie da. Sie können mich aber gerne wegen Ihrer Beschwerden auch erst einmal telefonisch kontaktieren.

 

Verdienstausfall aufgrund einer Quarantäne wegen Coronavirus COVID-19

Personen, die Krankheitserreger in sich tragen bzw. ein begründeter Verdacht dahingehend besteht, stellen eine Gefahr für die Gesundheit anderer Menschen dar. Wird diesen Personen aufgrund des Infektionsschutzgesetzes deshalb verboten, ihrer Erwerbstätigkeit nachzugehen und erleiden diese aufgrund dessen einen Verdienstausfall, können sie unter bestimmten Voraussetzungen eine Entschädigung erhalten. Das gilt auch für Freiberufler und Selbstständige, allerdings nicht für Erkrankte. Der Entschädigungsanspruch greift allerdings nur bei einer offiziellen Quarantäne, die behördlich angeordnet wurde.

Die Entschädigung wird für die ersten sechs Wochen in voller Höhe des Verdienstausfalls gewährt. Der Berechnung wird der Gewinn zugrunde gelegt, der im Steuerbescheid für das letzte Kalenderjahr festgestellt wurde. Vom Beginn der siebenten Woche an wird sie in Höhe des Krankengeldes nach § 47 Abs. 1 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch gewährt. Selbstständige, deren Existenz gefährdet ist, können zudem die Erstattung von Mehraufwendungen in einem angemessenen Ausmaß beantragen, die während des Verdienstausfalls entstanden sind. Sie bekommen demnach zusätzlich zur Entschädigung einen angemessenen Teil der während der Quarantäne anfallenden, nicht gedeckten Betriebsausgaben von der Behörde ersetzt. Dieser Erstattungsanspruch ergibt sich aus § 56 Absatz 4 IfSG.

Sind Sie betroffen, können Sie über die Landesbehörden einen Antrag auf Verdienstausfallentschädigung nach §§ 56 ff des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) stellen. Ihre Entschädigungsansprüche müssen Sie als Selbstständiger innerhalb einer Frist von drei Monaten nach dem Ende der Quarantäne geltend machen.

 

Ein Merkblatt finden Sie unter diesem Link:

https://lvwa.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/LVWA/LVwA/Familie-Ges-Jug-Vers/Gesundheit_604/Bereich_Foerdermittel/ifsg/info_verdienstausfall_barrierefrei.pdf

 

Verdienstausfälle, weil die Patienten ausbleiben

Leider gibt es derzeit noch keine unmittelbaren staatlichen Hilfen für Selbstständige und Freiberufler mit massiven Verdienstausfällen. Bund und Länder arbeiten jedoch an Unterstützungsplänen. Sobald nähere Informationen vorliegen, informieren wir Sie darüber.

Seit Anfang des Monats sind dem Gesundheitsamt alle Fälle (Personen unter weiterer Abklärung, wahrscheinliche Fälle und bestätigte Fälle, Todesfälle) namentlich zu melden.
Die Verordnung tritt am 1. Februar 2021 außer Kraft, sofern nicht mit Zustimmung des Bundesrates etwas anderes verordnet wird.

 Hier geht es zur Corona-Meldepflichtverordnung:

https://www.gesetze-im-internet.de/coronavmeldev/index.html#BJNR603100020BJNE000200000

 

 Naheliegend, aber nicht erlaubt

Heilpraktiker dürfen Desinfektionsmittel nicht selbst herstellen! Die WHO hat ein Rezept veröffentlicht, mit dem jedermann selbst ein wirksames Desinfektionsmittel herstellen kann. Für den privaten Einsatz spricht auch nichts dagegen. Doch Heilpraktiker sollten sich hüten, ein solches Eigengemisch in ihren Praxen anzuwenden: Ärzte dürfen Desinfektionsmittel für den Einsatz in ihren Praxen selbst herstellen (gemäß § 13, Abs. 2b Arzneimittelgesetz), Heilpraktiker dürfen es nicht. Heilpraktiker sollten auch deshalb vorsichtig sein, weil der Berufsstand derzeit unter besonderer Beobachtung steht. Spätestens, wenn die eigene Praxis mit einem Corona-Fall in Verbindung gebracht wird, muss mit einer behördlichen Untersuchung der Praxisräume gerechnet werden. Dabei können  durchaus auch die  eingesetzten Desinfektionsmittel überprüft werden. Heilpraktiker sind auf der sicheren Seite, wenn sie Desinfektionsmittel in einer Apotheke anmischen lassen.

  

Hören Sie auch unseren aktuellen Podcast zum Corona-Virus

 

 Weitere nützliche Informationen finden Sie hier:


Fragen und Antworten zum Corona-Virus auf der Webseite der Bundesregierung:
https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/ausbreitung-coronavirus-1716188


Aktuelle Risikobewertung des RKI für COVID 19 (Stand 15.03.2020):
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikobewertung.html


Übersicht über die COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2) Risikogebiete:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete.html


Mehr zu Coronaviren und Desinfektionsprodukten vom Bode Science Center:
https://www.bode-science-center.de/center/erregersuche-a-z/coronavirus.html

 

Presseinformation für unserer Mitglieder aus Kreis Steinfurt: „Coronavirus: Auch nichtärztliche medizinische Praxen bleiben geöffnet“

http://www.presse-service.de/data.aspx/static/1039943.html

 


Dr. rer. nat. Frank Herfurth
Heilpraktiker, Dozent, Lebensmittelchemiker
Ostlandstr. 53a
50859 Köln

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