Die Symptomatiken von Kindern mit ADHS sind im täglichen Leben mittlerweile bekannt, wenn auch oftmals verkannt. Diese Kinder gelten als unruhig, chaotisch, rüpelhaft und frech – doch ist ADHS nicht nur bei Kindern zu finden.
Bis vor nicht allzu langer Zeit ging man davon aus, dass sich die ADHS Symptomatik bis zum Erwachsenenalter „aus wachsen“ würden. Bei einer angenommenen Dunkelziffer von über 2 Mill. Menschen, die entweder nicht wissen, dass sie an ADHS leiden oder nicht therapiert werden, kommt man zu einem anderen Schluss.
Um die Diagnose „ADHS“ im Kindesalter stellen zu können, sind folgende Merkmale notwendig:
Diese drei „Kardinalssymptome“ müssen auf jeden Fall gegeben sein. Wird eine ADHS im Kindesalter nicht therapiert , bzw sinnvoll und individuell begleitet, gehen diese Symptomatiken ins Erwachsenenalter über. Hier zeigen sie sich in einem anderen Ausmaß und in einer anderen Form – aber sie sind da, und sie können bei den Betroffenen, Partnern und Angehörigen einen enormen Leidensdruck verursachen.
Häufige Auffälligkeiten im Erwachsenenalter sind z. B
Das Erscheinungsbild kann so unterschiedlich sein, wie der Mensch selber. Dennoch haben Betroffene unterschiedliche Problemzonen in unterschiedlichen täglichen Bereichen. Sie bekommen Schwierigkeiten in der Beziehung, sie haben Ärger mit dem Chef und den Kollegen, sind extrem Suchtgefährdet und auch sonst läuft es nicht „rund“. Leider wissen viele Erwachsene nichts von dieser Störung und sie sind der Auffassung, sie seien einfach „schusselig“, machen immer nur „Chaos“ und kriegen nichts auf die Reihe. Dies sind Sätze, mit denen die damaligen Kinder mit ADHS heute erwachsene ADHS´ ler geworden sind – und sie haben diese Sätze verinnerlicht. Viele erwachsene schweigen aus Scham, Unwissenheit oder Resignation, doch auch eine ADHS im Erwachsenenalter kann man noch therapieren und die Betroffenen müssen nicht mit diesem „Chaos im Kopf und um Leben“ alt werden.
Je mehr, der unten stehenden Fragen sie mit „ja“beantworten, um so eher erhärtet sich der Verdacht einer ADHS.
Sollten sie bei dieser kleinen Auswahl an Fragen mehr „ja“ als „nein“ angekreuzt haben und darüber hinaus mit ihrem Leben nicht ganz zu frieden sein, sollten sie einen Gesprächstermin bei ihrem Arzt vereinbaren. Ihr Arzt hat ausführliche Informationen für sie, wie man ADHS im Erwachsenenalter diagnostizieren kann und was sie selber tun können. Manchmal reicht auch schon eine „greifbare“ Diagnose um aufatmen zu können. Es gibt heute viele unterschiedliche Therapiemöglichkeiten, die ihnen helfen können, Ordnung in ihr Leben zu bringen – es muss nicht immer ein Medikament sein. Bewährt haben sich bestimmte Trainingseinheiten für Erwachsene, u.a
Ein ADHS Coaching für Erwachsene hat sich vielfach bewährt. Der Stress an der Arbeitsstelle konnte nachweislich verringert werden, die Strukturfähigkeit wurde auffallend verbessert und auch viel Partnerschaftproblematiken konnten gelindert werden. Wenn sie sich für einen Coach entscheiden, sollten sie darauf achten, dass dieser bereits Erfahrungen im Umgang mit ADHS sammeln konnte.
Corinna Wietelmann
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