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Duftveilchen - Viola odorata

Duftveilchen, Märzveilchen(Märzveigerl), Wohlriechendes Veilchen, Heckenveilchen (Heckenveigerl), Osterveigerl, Vegeli, Viole, Marienstengel, Oeschen, Schwalbenblume, Vieli.

Das Duftveilchen gehört zu den Veilchengewächse (Violaceae). Seine Heimat liegt im Mittelmeergebiet bis hin zum Kaukasus und Iran. In weiten Teilen Europas wurde es eingebürgert. Es bevorzugt als Standort helle bis halbschattige Plätze und wächst unter sommergrünen, nicht zu dicht stehenden Sträuchern oft gemeinsam mit Leberblümchen. Das Duftveilchen gehört zu den Veilchengewächse (Violaceae).  Seine Heimat liegt im Mittelmeergebiet bis hin zum Kaukasus und Iran. In weiten Teilen Europas wurde es eingebürgert. Es bevorzugt als Standort helle bis halbschattige Plätze und wächst unter sommergrünen, nicht zu dicht stehenden Sträuchern oft gemeinsam mit Leberblümchen.

 

Es bevorzugt als Standort helle bis halbschattige Plätze und wächst unter sommergrünen, nicht zu dicht stehenden Sträuchern oft gemeinsam mit Leberblümchen.  Die Pflanze verbreitet sich durch Ausläufer, so dass sie bei ungestörtem Wachstum mit der Zeit größere Flächen besiedeln kann. Ihre Früchte werden von Ameisen verbreitet und lassen das Duftveilchen überall im Gelände auftauchen. 2007 wurde das Duftveilchen vom Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, gen. Paracelsus e.V., zur Heilpflanze des Jahres gekürt.


Woran erkennt man das Duftveilchen

Das Duftveilchen ist eine rhizombildende, ausdauernde krautige Pflanze. Die Wuchshöhen betragen 5 bis 15 Zentimeter. Die Laubblätter stehen in einer grundständigen Blattrosette zusammen und sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist rückseitig behaart, an ihm befinden sich in der Mitte zwei Vorblätter. Die einfachen grünen Blattspreiten haben etwa die gleiche Länge und Breite und sind rundlich nierenförmig bis breit eiförmig. Die breit lanzettlich bis eiförmigen Nebenblätter besitzen manchmal einzelne Fransen oder sind kahl. Die Pflanze blüht von März bis April. Die wohlriechenden Blüten (Name Duftveilchen) sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle.  Die fünf Kelchblätter sind stumpf, die fünf dunkelviolettfarbenen Kronblätter bilden eine 2 bis 3 Zentimeter große Krone.

Wie wirkt das Duftveilchen

In jüngster Zeit wurden für Extrakte aus Viola odorata blutfettsenkende und vasodilatative Wirkungen festgestellt. Dadurch kann die unterstützende Anwendung bei erhöhten Blutfettwerten und Hypertonie zumindest teilweise erklärt werden, wobei die blutfettsenkende Wirkung auf einer verminderten Aufnahme und Synthese von Lipiden beruhen soll. Auch antioxidative Eigenschaften von Viola odorata werden diskutiert. Für ein Peptid aus Viola odorata (das Cyclotid Cyclovioloycin 02) konnten antikanzerogene, chemosensibilisierende und antibakterielle Effekte nachgewiesent werden. Daher könnten neben ihrer potenziell antitumoralen Wirkungen Cyclotide aus Viola odorata auch wegen ihrer chemischen und biologischen Stabilität Muster für neue Medikamente gegen Krebserkrankungen sein. Die Blüten werden in Teezubereitungen zur Schleimlösung bei Bronchialkatarrh, bei chronischer Bronchitis, Asthma und Migräne eingesetzt. Speziell als Arzneimittel für Kinder dient Veilchensirup bei Bronchialkatarrh zur Reizmilderung und Schleimlösung. Ein Teeaufguss aus Veilchenkraut findet Anwendung bei Husten, Heiserkeit, Lungenentzündung und als schweißtreibendes Mittel. Veilchenwurzel wird bei Erkrankungen der Atmungsorgane angewendet, insbesondere bei trockenen Katarrhen mit spärlicher Sekretion. Durch die vorhandenen Saponine kann man die Droge zu den auswurffördernden Hustenmitteln rechnen. Die „Veilchenwurzel“, die bei Zahnungsbeschwerden eingesetzt wird, stammt nicht vom Veilchen, sondern von Lilienarten, besonders der Deutschen Schwertlilie. In der Homöopathie wird Viola odorata HAB 34 aus den frischen, zur Blütezeit gesammelten, oberirdischen Pflanzenteilen bei Entzündungen der Atemwege und Rheuma der Handgelenke eingesetzt.

 Zusammengefasst die Anwendungsgebiete für das Duftveilchen

  • abschwellend
  • antibakteriell
  • beruhigend
  • blutreinigend
  • durchblutungsfördernd
  • entzündungshemmend
  • erweichend
  • harntreibend
  • krampflösend
  • schleimlösend
  • schmerzlindernd
  • schweißtreibend
  • leicht abführend
  • Bronchitis
  • Husten, Reizhusten, Keuchhusten
  • Atembeschwerden, Katarrhe der oberen Luftwege
  • Halsentzündungen
  • Fieber
  • Grippe und grippale Infekte
  • Ohrenschmerzen
  • Magenkatarrh
  • Rheumatismus, Gicht
  • Blasen-, Nierenentzündung
  • Kopfschmerzen
  • Schlaflosigkeit, Müdigkeit
  • Epilepsie
  • Nervosität, Angstzustände
  • verschiedene Hautkrankheiten, Ekzeme, Pickel, Hautschuppen
  • Verrenkungen, Quetschungen

Welche Wirkstoffe sind im Duftveilchen enthalten?

Die Blüten enthalten ätherisches Öl, Flavonoide (u. a. Rutosid), Anthocyane (besonders Violanin, Cyamin [blauer Farbstoff] und Gauin), Schleimstoffe, Salicylsäuremethylester. Auch Saponine wurden nachgewiesen. Das ätherische Öl der frischen Blüten enthält unter anderem Parmon (trans-α-Ionon, die duftgebende Komponente des Öles), Undecanon-2, Isoborneol, 2,6-Nonadien-1-al sowie u. a. die Sesquiterpene (-)-Zingiberen, (+)-α-Curcumen, α- und β-Ionon. In den Blättern sind Schleimstoffe, Triterpene (u. a. Friedelin, β-Sitosterol), Salicylsäuremethylester, Phenolcarbonsäuren (u. a. Ferulasäure [s. Abbildung] und Sinapinsäure) sowie das Alkaloid Violin enthalten. Auch in den Blättern wurden Saponine nachgewiesen. Ähnliche Inhaltstoffe enthält das Kraut. Der getrocknete Wurzelstock enthält ätherisches Öl (0,038 %) mit β-Nitropropionsäure und Salicylsäuremethylester (als Spaltprodukt bei der Wasserdampfdestillation), das Salicylsäureglucosid Gaultherin und das Alkaloid Violin. In früheren Arbeiten wurden Saponinen nachgewiesen.

Welche Teile der Pflanze werden verwendet?

Die getrockneten Veilchenblüten Flores Violae odoratae, die zur Blütezeit gesammelten und an der Luft getrockneten Blätter oder oberirdischen Teile (Folia bzw. Herba Violae odoratae) sowie der Wurzelstock (Rhizoma Violae odoratae, nicht wie oft fälschlich geschrieben die Wurzel).

Anwendung

Die Teezubereitung erfolgt aus den getrockneten Blüten oder dem Kraut. Bei den Blüten nimmt man 1 gehäuften Teelöffel auf 1 Tasse Wasser, beim Kraut 2 Teelöffel auf 250 ml Wasser. Davon wird 2-3mal täglich 1 Tasse getrunken.

Verschiedenes

Bereits von Hippokrates und Dioscurides wurden Veilchen als Arzneipflanzen verwendet. Das Duftveilchen war im griechischen und römischen Altertum mehreren Gottheiten geweiht. Außerdem galt aufgrund des Duftes und der dunklen Blüten das Veilchen den Griechen auch als Blume der Liebe. Aus den Veilchenblüten lassen sich aromatisierter Sirup, Essig oder Veilcheneis herstellen. Sie können auch zum Dekorieren von Salaten und Desserts verwendet werden. Ebenfalls als Dekoration von Torten und Desserts verwendet man kandierte Veilchen. Dafür bestreicht man die Veilchenblüten mit halbsteif geschlagenem Eiweiß und bestreut sie dünn mit feinem Zucker. Anschließend zwei Tage trocknen lassen.  Parfait Amour ist ein Likör auf der Basis von Veilchen und fernöstlichen Blütenessenzen. Das Aroma wird mit Destillaten und Konzentraten aus Zitrusfrüchten und Koriander abgerundet. Der Likör war besonders zu Beginn des 20. Jahrhunderts und nach dem Ersten Weltkrieg beliebt. Erwähnt werden sollte auch noch die Anwendung des kostbaren ätherischen Öls in der gehobenen Parfümindustrie für Parfüms und Pomaden.

 

 

 


Dr. rer. nat. Frank Herfurth
Heilpraktiker, Dozent, Lebensmittelchemiker
Ostlandstr. 53a
50859 Köln

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