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Schlafstörungen auf sanfte Weise behandeln

Längst hat sich bei Medizinern die Erkenntnis durchgesetzt, dass die medikamentöse Behandlung von Schlafstörungen nur ein Pflaster auf einer tieferliegenden Störung ist. Anhaltende und schwerwiegende Probleme, einzuschlafen, durchzuschlafen oder erholsamen Tiefschlaf zu finden, können Anzeichen ernster psychischer Probleme sein. Da Heilpraktiker nicht die passende Ausbildung haben, um diese psychotherapeutisch zu behandeln, können sie sich der Frage zuwenden, wie man das Symptom an sich lindert. 

Wann treten Schlafstörungen auf?

Es gibt eine Vielzahl von Erkrankungen, bei welchen Schlafstörungen als Symptom bekannt sind. Das sorgfältige Abklären und Ausschließen organischer Ursachen sollte im Zweifel durch einen Spezialisten erfolgen. So können sich zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen der inneren Organe oder Schilddrüsenüberfunktion auf das Einschlafverhalten und die Schlafqualität auswirken. Auch Demenz, MS oder Parkinson muss ausgeschlossen werden. Gibt es keine Hinweise auf eine neurologische oder organische Grunderkrankung, darf sich der Heilpraktiker der Behandlung zuwenden. Das bedeutet, dass zum Beispiel auch in Zusammenhang mit Depressionen oder Angststörungen auftretende Insomnie begleitend therapiert werden kann. Wichtig ist dabei natürlich die Einhaltung des HPG, d.h. es dürfen keine Maßnahmen ergriffen werden, die in Widerspruch zu Therapien ärztlicher Behandler stehen, z. B. das Absetzen von Medikamenten oder Hinwirkung auf den Abbruch paralleler psychotherapeutischer Verfahren.

Pflanzliche Wirkstoffe

Da rezeptpflichtige Medikamente wie starke Schlafmittel ohnehin nicht in Frage kommen, kann man sich der Unterstützung des Patienten mit pflanzlichen Wirkstoffen zuwenden. Phytotherapeutika haben eine gut erforschte Wirkung und halten anders als Homöopathika auch der Begutachtung in Doppelblindstudien statt. Als beliebt und erfolgreich hat sich hier CBD erwiesen. Der Wirkstoff aus den Blüten des Nutzhanfs hat ein breites Anwendungsspektrum und wird gut vertragen. Wenn der Patient CBD kaufen möchte, gibt es einiges zu beachten. Bei der Suche nach passenden Präparaten kann man Empfehlungen aussprechen oder generelle Kriterien für nutzbringende Formulierungen anbieten. Dabei ist zum einen auf die ausreichend hohe CBD-Konzentration zu achten, zum anderen auch auf die Qualität des Öls. Biologischer Anbau und Extraktion ohne künstliche Lösungsmittel sowie der Verzicht auf chemische Zusatzstoffe sollten hier Grundvoraussetzung sein. Mögliche Alternativen zu CBD sind unter anderem Baldrian, Melisse oder Hopfen. Im Sinne der Einhaltung einer Schlafhygiene empfiehlt es sich, diese in eine Art Abendritual einzubinden. Dazu gehört auch der Verzicht auf Alkohol oder stimulierende Substanzen einige Stunden vor dem Zubettgehen, das bewusste Vermeiden von Bildschirmnutzung (Stichwort Blaulichtrezeptoren) sowie eine schlaffördernde Gestaltung der Schlafumgebung.

Entspannungsmethoden mit hoher Wirksamkeit

Entspannungsmethoden gehören im Bereich der Psychotherapie zu den Werkzeugen mit guter Evidenz und hoher Erfolgsquote bei geringen Nebenwirkungen. Daher sind Sie ein bevorzugtes Mittel, um Schlafstörungen sanft zu behandeln. Zur Auswahl stehen zum Beispiel Meditation, autogenes Training oder – mit spezialisierter Therapeutenausbildung – Hypnose. In dieser Fallstudie ist beschrieben, wie ein möglicher Einsatz heilpraktischer Fähigkeiten bei Schlafstörungen aussehen kann. Dabei kann man sich auch langsam an einer Eskalationsleiter hocharbeiten: Zuerst erfolgt die Herstellung einer gesunden Schlafhygiene, dann der Einsatz simpler Entspannungsmethoden. Sind diese nicht erfolgreich, kann Hypnose angezeigt sein. Mitunter ist auch die innere Haltung des Patienten wichtig: Wer gegenüber autogenem Training oder Meditation wenig aufgeschlossen ist, kann eventuell eher Erfolge mit pflanzlichen Schlafmitteln erreichen.

 Text: René Q.

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