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Die Nikotinabhängigkeit - Smoking kills

nikotinabhaengigkeit 

Fortsetzung von Teenie-Sport „Koma-Saufen“ - Alle wichtigen Facts & Infos über Sucht

Nikotinabhängigkeit
In Mitteleuropa rauchen etwa 40% der Männer und 35% der Frauen. Nikotin hat eine erregende und lähmende Wirkung zugleich. Der durchschnittliche Zigarettenkonsum pro Tag beträgt 16 Zigaretten.

Etwa 75 bis 80% aller Raucher erfüllen die Kriterien einer Nikotinabhängigkeit, dazu gehören:
  • zwanghafter Tabakkonsum
  • Toleranzentwicklung
  • körperliche Entzugssymptomatik bei Abstinenz
  • fortgesetzter Tabakkonsum trotz Folgeschäden
  • Veränderung der Lebensgewohnheiten, um den Tabakkonsum aufrechtzuerhalten
  • eingeschränkte Kontrolle über das Rauchverhalten

 Die Nikotinabhängigkeit hat eine hohe Mortalität. Mehr als die Hälfte aller Raucher sterben frühzeitig an Folgeerkrankungen ihres Tabakkonsums. Im Schnitt verliert jeder Raucher 8 Jahre seines Lebens. An den Folgen von Tabakkonsum sterben pro Jahr mehr als 160.000 Deutsche.

 Entstehungsgründe der Nikotinsucht sind:

  • Befriedigung oraler Bedürfnisse
  • Spannungsabbau
  • Konditionierung, dass eine Zigarette zum Kaffee oder zur Pause dazugehört
  • beginnt meist im Jugendalter durch Gruppenzwang oder Neugierde
  • Eltern rauchen (Vorbilder)

 

Die Wirkung von Nikotin
Glimmender Tabak setzt Nikotin frei, das in die Lunge und von dort ins Blut gelangt. Nikotin gelingt es, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden, die als Abwehr vieler Giftstoffe fungiert. Kurz darauf erreichen die Nikotinmoleküle das Gehirn, heften sich dort an die Nervenzellen und beeinflussen deren Aktivität. Nikotin ist eine der am schnellsten süchtig machenden Substanzen, wirkt auf die präsynaptischen und postsynaptischen Acetylcholinrezeptoren und beeinflusst die Ausschüttung von Dopamin, Serotonin, Noradrenalin und Endorphinen.

Nikotin verbessert Hirnfunktionen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Lernen und wirkt auf Funktionen wie Essen, Trinken und Sexualität in einer belohnenden Art und Weise.

Die Freisetzung von Catecholamin in den Belohnungsarealen der Großhirnrinde ist für die positiven Gefühle des Rauchens verantwortlich. Zigaretten enthalten eine ganze Reihe von Substanzen, die sich in ihrer Abhängigkeitswirkung potenzieren. Obwohl viele Raucher der festen Überzeugung sind, mit Hilfe der Zigarette besser Stress abbauen zu können, ist wissenschaftlich das Gegenteil bewiesen: Rauchen stresst! Der Raucher fügt sich Stress zu, da durch die Sucht immer wieder zu einer Zigarette gegriffen werden muss, um die Abstinenzsymptome zu bekämpfen.

Nikotinwirkung:

  • erhöhte Aufmerksamkeit
  • Herz und Kreislauf werden gleichzeitig stimuliert
  • entspannend und beruhigend
  • Überdosis führt zu Schwindel und Übelkeit

 

Nikotin ist so stark wie Heroin
Das Abhängigkeitspotenzial von Nikotin ist vergleichbar mit dem von Heroin. Es reichen wenige Zigaretten bis zum Eintritt der körperlichen Abhängigkeit, die sich mit der Zeit steigert.

Merkmale der körperlichen Abhängigkeit sind:

  • starke Unruhe, Ungeduld
  • Kreislaufbeschwerden
  • Kopfschmerzen
  • Schweißausbrüche
  • Gereiztheit, Aggressivität
  • schlechte Laune
  • Depression
  • Konzentrationsstörungen
Diese Entzugserscheinungen sind dafür verantwortlich, dass viele Ex-Raucher rückfällig werden. Ein anderer Grund ist die bisweilen erhebliche Gewichtszunahme, die durch den Versuch entsteht, die entstandene Unterzuckerung durch Essen zu beheben.

Auswirkungen von Nikotinkonsum sind u.a.:

  • eine erhöhte Sterblichkeitsrate
  • Krebs
  • Gefäß- und Herzerkrankungen
  • Akne inversa
  • aschfahle Hautfarbe, Ringe unter den Augen, gelbe Finger und Zähne

Therapie der Nikotinsucht
Wenn ein Raucher mit dem Rauchen aufhört, treten Entzugserscheinungen auf. Dazu zählen u.a.:

  • Verlangen nach Zigaretten
  • melancholische Verstimmung
  • Angst
  • Konzentrationsschwierigkeiten

 Wenn man konsequent auf Nikotin verzichtet, klingen diese akuten Entzugssymptome der körperlichen Abhängigkeit relativ rasch ab. Die psychische Abhängigkeit, die durch langjährig eingeübte Verhaltensmuster entstanden ist, kann durch sinnvolle Ersatztätigkeiten, z.B. Sport, gemildert und überwunden werden. Aus medizinischer Sicht fehlt dem werdenden Nichtraucher in der Übergangsphase die Stimulation seines Belohnungszentrums. Eine medikamentöse Behandlung mit Vareniclin oder Bupropion kann helfen, ebenso der Einsatz von Nikotinpräparaten in Form von Kaugummi, Pflaster oder Nasenspray.

 Zur medikamentösen Behandlung gehört immer eine psychologische Betreuung, um die Chance auf Erfolg zu erhöhen. Medikamente sind im Falle der Raucherentwöhnung keine Heilmittel, sie mildern vielmehr die körperlichen Veränderungen, die aufgrund des Fehlens von Nikotin entstehen. Aus psychologischer Sicht ist die Verhaltenstherapie sehr empfehlenswert, ihre Wirksamkeit ist gut belegt. Verhalten kann verändert und umgelernt, das Rauchen somit abgewöhnt werden.

 Auch durch Hypnose werden viele Raucher zu Nichtrauchern. Der Therapeut versetzt den Patienten in Hypnose und suggeriert ihm eine Abneigung gegen Nikotin und Zigaretten ein. Das Raucher-Programm wird durch ein Nicht-Raucher-Programm ersetzt. Bedingungen für den Erfolg dieser Methode sind die Bereitschaft des Patienten, mit dem Rauchen aufhören zu wollen, und Vertrauen gegenüber dem Therapeuten. Akupunktur kann zur Unterstützung eingesetzt werden.

 

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abbas-schirmohammadi

HP PSY Abbas Schirmohammadi

Heilpraktiker für Psychotherapie, Dipl. Personality Coach,
Sucht-Experte, mehrfacher Buchautor

 

 

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