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Den inneren Schweinehund besiegen – Motivation, der Motor unseres Handelns

Den inneren Schweinehund besiegen –  Motivation, der Motor unseres Handelns

Es gibt Tage, an denen würde man am liebsten im Bett bleiben. Man fühlt sich energie- und antriebslos, möchte alle anstehenden Aufgaben vor sich hinschieben und stundenlang Zeit verschwenden. Die Motivation ist auf dem Nullpunkt. Meist helfen ein paar Tipps und Tricks, den inneren Schweinehund zu überlisten und die Antriebskraft wieder anzukurbeln. Wie heißt es doch so schön? „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“. Leichter gesagt, als getan. Vor allem dann, wenn mal wieder gar nichts geht. Dann schiebt man gern alles vor sich hin und ist keineswegs um Ausreden verlegen, stundenlang Banalitäten zu erledigen. Jetzt gilt es dringend, Anreize zu schaffen und die Motivation zu stärken. Denn Begeisterung ist der Antrieb unseres Handelns.

Motivation ist alles
Die Grundlage der Motivation ist das Streben nach erwünschten Zuständen und das Vermeiden von unerwünschten Zuständen. Ist man nicht motiviert Dinge anzugehen, sollte man zunächst nach den Ursachen forschen, um zu erkennen, warum man demotiviert ist. „Was uns motiviert, ist von Mensch zu Mensch teilweise unterschiedlich. Der Psychologe Steven Reiss von der Ohio State University befragte über 7.000 Personen nach ihren Motiven und stellte dabei fest, dass zwar alle dieselben grundlegenden Motive haben (nach Reiss sind es 16 an der Zahl), dass jedoch die Stärke dieser Motive individuell variiert. Das heißt, jeder Einzelne gewichtet Ziele wie das Streben nach Ehre, Gerechtigkeit und Macht unterschiedlich“, liest man auf der Seite dasgehirn.info. Einig ist man sich jedoch darüber, dass positive Gefühle motivieren. Bei positiven Erlebnissen aktiviert sich unser Belohnungssystem und schüttet unter anderem das „Glückshormon“ Dopamin aus. 

Tipps und Tricks sich zu motivieren
Steckt man sich in einem großen Motivationsloch, gilt es, schnell einen Ausweg zu finden. Probieren Sie es doch mal damit:

  1. Klären, was wichtig ist: Was man weg hat, hat man weg. Natürlich sollte man diesen Spruch stets beherzigen, doch an lust- und energielosen Tagen ist es tatsächlich besser, sich genau zu überlegen, was dringend erledigt werden muss und was vielleicht doch noch bis morgen warten kann.
  2. Das „warum“ nicht vergessen: Hinter jeder Aufgabe steckt auch ein Grund. Fragen Sie sich, weshalb die Tätigkeit erledigt werden muss. Konzentrieren Sie sich auf das Ergebnis.
  3. Das positive Gefühl nach Erledigung spüren: Positive Motive aktivieren automatisch das Belohnungssystem allein aufgrund der freudigen Erwartung. Stellen Sie sich also vor, wie sich Sie nach Beendigung der Aufgabe fühlen werden. Sie sind stolz auf sich, erleichtert und zufrieden, weil sie es geschafft haben? 
  4. Beeinflussen Sie sich selbst: Wenn Sie sich einreden, dass die Aufgabe Spaß macht, fällt die Erledigung leichter. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, aber durchaus hilfreich. Das Unterbewusstsein wird so neu programmiert und Sie haben ein leichteres Spiel.
  5. Unter Druck entstehen Diamanten: Zeitdruck motiviert viele Menschen. Aufgaben können so besser und schneller erledigt werden. Auch wenn Sie eigentlich keine Deadline für die anstehende Tätigkeit haben, können Sie sich selbst eine schaffen, um sich anzutreiben.
  6. Erstellen Sie einen Tageszeitplan: Zeit ist ein großer Motivationsfaktor. Mithilfe eines Tagesplans, sind Sie nicht nur gut organisiert, sondern Sie erzeugen auch den nötigen Zeitdruck, Aufgaben zu erledigen.
  7. Kleine Erfolge feiern: Teilen Sie Ihre Aufgaben in kleine Teile ein. Denn für weniger Aufwand lässt man sich eher motivieren, als ein Monsterprojekt zu beginnen. So können Sie auf Ihrer To-Do-Liste immer mal wieder einen Haken setzen und kleine Erfolge genießen.
  8. Motivationssprüche: Sie mögen bisweilen lächerlich klingen, können aber durchaus helfen. Und Einbildung ist bekanntlich auch eine Bildung. Also motivieren Sie sich mit Sprüchen wie: „Tschakka, ich schaff das“ oder „Ich werde das Pferd schon schaukeln“ – Sie werden sehen, es hilft.
  9. Motivation durch Belohnung: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Überlegen Sie sich, womit Sie sich am besten nach getaner Arbeit belohnen könnten. Wollen Sie schon lang mal wieder auf ein Konzert, zum Essen in Ihr Lieblingsrestaurant oder sich neu einkleiden? Gönnen Sie sich eine Belohnung und motivieren Sie sich durch den Gedanken daran.
  10. Gemeinsam sind wir stark: Wenn es irgendwie möglich ist, gewinnen Sie Mitstreiter für Ihr Vorhaben. Dies ist natürlich im Job meist nicht machbar, aber es bietet sich beispielsweise bei Vorhaben zu sportlichen Aktivitäten, Abnehmen, Wohnungsputz etc. an.
  11. Pausen zum Energietanken: Pausen sind wichtig, um Energie zu tanken, Anspannungen und Stress zu lösen. Lenken Sie Ihre Gedanken für einige Minuten auf schöne Dinge, machen Sie ein kleines Schläfchen, gehen Sie spazieren, gönnen Sie sich ein Eis oder führen Sie ein paar Yoga-Übungen durch. Erlaubt ist alles, was motiviert.
  12. Umgebung verschönern: Dies ist natürlich von Ihrer Aufgabe beziehungsweise Ihrem Ziel abhängig. Ist dafür aber beispielsweise ein Schreibtisch nötig, sollten Sie diesen angenehm gestalten: Ein tolles Bild, entspannende Musik im Hintergrund, eine beruhigende Kerze können wahre Motivationshelfer sein.

Manchmal helfen in solchen antriebslosen Momenten weder Tipps noch Tricks. Dann ist es vermutlich besser, nichts zwanghaft zu tun, als stundenlang Zeit zu verschwenden, bei der nichts Produktives herauskommt. Gönnen Sie sich eine Auszeit von Ihren Aufgaben, sammeln Sie Energie und starten Sie später wieder motiviert durch.