TIERHEILKUNDE aktuell

(0 Bewertungen, durchschnittlich 0 von 5)

NeuroStim Therapie in der Pferdeheilpraxis

NeuroStim Therapie in der Pferdeheilpraxis

Eine physiologisch schwingende Muskulatur sorgt dafür, dass die extrazelluläre Matrix die Zellen rhythmisch umspült. Der Begriff extrazelluläre Matrix (EZM) ist die Beschreibung für „Muttergewebe“, das jede Körperzelle umgibt. Durch das rhythmische Schwingen der Muskulatur wird die physiologische Ernährung und der Abtransport von Stoffwechselprodukten gewährleistet. Ein einzelner Störfaktor der EZM, z.B. in der Halsmuskulatur, reicht schon aus, um auch Beschwerden z.B. im Fuß zu verursachen.

Liegt eine Veränderung des ph-Wertes im Gewebe vor, werden die Zellen nicht mehr ausreichend versorgt und die Muskulatur verspannt in der Azidose, was wiederum Schmerzen verursacht. Wird nun durch Massage versucht, den Muskel zu dehnen, ist er aufgrund der EZM-Störung nicht in der Lage, seine physiologische Funktion einzunehmen.

Durch Behandlung mit dem NeuroStim-Gerät wird die Matrix aktiviert, der Lymphfluss verbessert und die Energierversorgung wiederhergestellt. Nun kann das Muskelsystem wieder im physiologischen „Takt“ schwingen.

Indikationen für die NeuroStim Therapie sind u.a.:
-    Widersetzlichkeiten gegenüber Reiterhilfen
-    Taktfehler
-    Leistungsabbau
-    Head Shaking
-    lange Lösungsphasen
-    Steifheit
-    Muskelverhärtungen
-    Atrophien
-    Bänder- und Sehenverletzungen
-    unspezifische Lahmheiten

Die Therapie wird auch in der postoperativen Rehabilitation, als Optimierung der Regenerationsphasen während des Trainings und Turniers, zur Verkürzung der Erholungsphasen, als medikamentfreie Schmerzbehandlung, Warm up ,Cool down, Prophylaxe gegen Muskel-Sehnenprobleme, Erweitung des Bewegungsradius und zur Verbesserung der Koordination eingesetzt. (Facharbeit Andreas Gebhardt Nerostim 2009)

In meiner Pferdeheilpraxis ist die NeuroStim Therapie ein fester Bestandteil, da ein sofortiger Effekt im Bewegungsmuster bereits schon nach einer Anwendung erkennbar ist. Aber auch bei Hufrehe und Kreuzverschlag konnte ich eine deutliche Verbesserung des Allgemeinzustandes erreichen.

Bei der NeuroStim Therapie werden mechanische Schwingungen in verschiedenen Frequenzen in den Körper übertragen und durch Zug und Druck des Aktuators die Muskelzellen zu einer verstärkten Pumpfunktion angeregt. Der Aktuator erhält sein Wirkprinzip durch die Tropfenform (nach Formel der Archimedischen Spirale) und die Hin- und Herbewegung. Dadurch wird die Matrix aktiviert, der Lymphfluss verbessert, Mikroablagerungen im Muskel abtransportiert und der Bewegungsspielraum erweitert.

Bei der Anwendung findet eine sofortige Anregung des Muskelstoffwechsels statt. Da aber ein kompletter Durchlauf etwa 48 Stunden dauert, ist eine erneute Anwendung erst nach Ablauf von zwei Tagen sinnvoll. Einen sichtbaren Erfolg erhält man erfahrungsgemäß dann, wenn die Behandlung 2x wöchentlich durchgeführt wird. Bei chronischen Leiden ist eine Therapie von 6-10 Anwendungen empfehlenswert. Akute Fälle konnte ich bereits nach zwei Behandlungen abschließen.


Fallbeispiele aus meiner Tierheilpraxis:



Die 14-jährige Stute Helene wurde mir aufgrund einer Verletzung der Sehne am rechten Fesselträger vorgestellt. Laut Vorbericht des Tierarztes wurde ein Loch in der Sehne diagnostiziert. Dem Besitzer wurde außerdem mitgeteilt, dass sich die Umfangsvermehrung am Gelenk nicht mehr regenerieren wird. Der Gelenkumfang rechts betrug 2 cm mehr als links. Das Gewebe ums Fesselgelenk war deutlich verhärtet.

Bereits nach der dritten Anwendung konnte ich eine Reduzierung des Gelenkumfanges von 1,2 cm feststellen. Nach sechs Behandlungen wurde die Therapie erfolgreich beendet und der Tierarzt hat bei einer Kontrolle eine vollständige Regeneration bestätigt. Die leichte Schwellung an der Strecksehne, die durch eine andere Verletzung hervorgerufen war, ist ausgeheilt.

Bei der 10-jährigen Stute La Belle behandelte ich den Haarausfall am Schweif. Auffällig waren auch die Schweifschiefhaltung und die extreme Wiedersetzlichkeit unter dem Sattel. Das Pferd lief nur unwillig mit durchgedrücktem Rücken vorwärts. Da auch Rückenprobleme bei „Schweifwetzen“ zu berücksichtigen sind, habe ich den gesamten Rückenbereich untersucht. Die Stute zeigte heftige Schmerzreaktionen am Musculus longissimus dorsi und im Kreuzdarmbeinbereich. Ferner war sie auch an der Kruppenmuskulatur und am Schweifansatz empfindlich.

Die Behandlung erfolgte 2x wöchentlich im
gesamten Rücken-, Kruppen- und Schweifbereich. Nach der fünften Behandlung fingen die Schweifhaare wieder zu wachsen an. Die Schiefhaltung konnte behoben werden. Die Stute zeigt auch unter dem Sattel wieder eine entspannte Bewegung. Zur Gesunderhaltung behandle ich die Stute vorsorglich 1x im Monat.






THP Silke Griebel