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In Würde altern – Hunde im Heim

Im Juni 2007 überraschten unsere japanischen Freunde die Mensch- und Tierwelt mit etwas völlig Neuem: einem Altersheim für Hunde. Für 98.000 Yen monatlich – damals 615 Euro, heute 855 Euro – konnte man dort seinen vierbeinigen Liebling in Rente schicken. Hier sollten Hunde in Frieden unter Gleichgesinnten altern und die letzten Jahre ihres Daseins genießen.

Ihnen wurde alles zur Verfügung gestellt, was sie brauchten: Gesundes Essen, nette Hundekollegen, ausreichend Platz, ein Tierarzt, der Tag und Nacht Bereitschaft hat. Die Gesellschaft von Welpen sollte dafür sorgen, dass sich die Hunde nicht alt fühlen und spielend fit bleiben.

Doch es gab auch harsche Kontras gegen dieses Konzept: Es ist bekannt, dass Hunde gerade im Alter sehr an ihrer sozialen Umgebung hängen, und ein Entzug dieser könnte negative Folgen für das Tier haben, kritisierten erfahrene Tierhalter und -schützer. Eine „Abschiebung“ ihres Hundes ins Altersheim käme für sie niemals in Frage.

Und doch: Die Plätze im japanischen Tierheim gingen weg wie warme Semmel. Nana Uchida, Chef des Hundealtersheims, war überaus zufrieden mit der Erstresonanz und prophezeihte die neue Geschäftsidee als „das Modell der Zukunft“, da „die meisten Haustierhalter Vollzeit arbeiten und ohnehin nur wenig Zeit für ihren tierischen Freund haben. Ein älterer Hund braucht deutlich mehr Zuwendung als ein junger“, so Uchida 2007, „daher sind wir die beste Lösung für das Tier. Wir bereiten ihm schöne letzte Jahre, hegen und pflegen das Tier 24 Stunden am Tag. Und der Besitzer kann jederzeit vorbeikommen und seinen alten Gefährten besuchen“.

Geschäftlich gesehen macht so ein Projekt Sinn, da Menschen immer älter werden und irgendwann nicht mehr für ihre Tiere sorgen können. Gleichzeitig werden auch die Tiere immer älter, so stieg z.B. die Lebenserwartung von Hunden von ca. 5 Jahren in den 1980ern auf heutzutage ca. 15 Jahre an. Verantwortlich dafür sind eine verbesserte Gesundheitsvorsorge und gesunde Ernährung.

Mittlerweile gibt es weltweit hunderte solcher Tieraltenheime, das Konzept hat sich also durchgesetzt. Nana Uchida hatte Recht, als er diesem Projekt eine blühende Zukunft versprach. Immer mehr Tierhalter bemühen sich darum, ihrem geliebten, in die Jahre gekommenen vierbeinigen Freund sein Restleben so angenehm und luxuriös wie möglich zu gestalten, das darf schon einiges kosten. Es gibt sogar gemischte Altersheime, wo alte Menschen und alte Hunde zusammenleben und Hand in Pfote die letzten Jahre ihres Lebens genießen.

Letztendlich muss jeder Tierhalter selbst entscheiden, ob er sein Tier in ein Altersheim steckt oder doch lieber bei sich zu Hause lässt...

 

 

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HP Kian Schirmohammadi
www.naturheilpraxis-schirmohammadi.de